Grundlage für diesen Aufsatz ist die Chronik unseres Vereins vom Januar 2000.
Erarbeitet von unserem Zuchtfreund Gustav Pazotka von Lipinski Lehrer i. R..
Um 1848/49 wurde in Deutschland die Vereinsfreiheit verfassungsmäßig garantiert.
In ihrer Folge entstand in Deutschland ein weit gefächertes Vereinswesen, u.a. sind die ersten Geflügelvereine bereits um 1845 entstanden. Im damaligen Pommern (um 1850) galt beispielsweise die damalige Hauptsadt Stettin als politisches-, wirtschaftliches- und kulturelles Zentrum für diesen norddeutschen Landstrich. Nach diesem Zeitpunkt dürften die Gründungstermine der meisten Vereine in Vorpommern liegen. Maßgeblich ist aber die nachweisliche Ersterwähnung.
Diese ist der nachfolgende Auszug aus der damaligen Lokalzeitung:

Somit ist die Ersterwähnung unseres Vereins der 13.November 1879.
Interessant ist es, dass sich insbesondere die gutbürgerliche Bevölkerungsschicht, beispielsweise Lehrer, Händler, Handwerksmeister aber auch Mittel- und Großbauern um diese; Vereinsarbeit bemühten. Erst nach der Jahrhundertwende wurden auch Landarbeiter und Personen niederen Standes mit einbezogen. Wobei diese sich mehr um die Kaninchenzucht bemühten.
Unser Geflügelverein hat in seiner 126 jährigen Existent verschiedene Höhen und Tiefen erleben müssen. So kam es mindestens zweimal zu Auflösungen und Neugründungen, wurde Solidarität mit Zuchtfreunden in anderen Kreisen im damaligen Ostpreußen besonders während des 1. Weltkrieges geübt. Weiterhin findet man in den Unterlagen Hinweise auf Hilfsbereitschaft unter den Vereinsmitgliedern die sich mit Futtermitteln und Zuchtmaterial unterstützten. Regelmäßig wurden Ausstellungen mit einer hohen Besucherresonanz organisiert. Diese Entwicklung erfuhr in der Zeit von 1936 bis 1947 einen herben Rückschlag und führte zu einer faktischen Auflösung.
Am 28.12.1948 fand die neuerliche Vereinsgründung der Nachkriegszeit mit zehn Mitgliedern statt. Bereits 1949 war die Zahl der Mitglieder auf 27 gestiegen und fand mit der stattlichen Mitgliederzahl von ca. 120 ihren Höhepunkt. Einschränkend sei aber gesagt das der „ harte Kern “, also die wirkliche Anzahl der aktiven Züchter um 40 Mitglieder betrug. Die übrigen waren Tierhalter, die über den Verein ihren Futtermittelbedarf ergänzten.
Interessanterweise wurde vom damaligen Regime die Kleintierzucht als eine sehr effiziente Zusatzproduktion betrachtet und somit auch gefördert. Über die Auswüchse sei an dieser Stelle geschwiegen.
Ein besonderer Meilenstein in der Entwicklung unseres Vereins war der Bau unseres Vereinshauses in der Zeit von 1981 bis 1985 und ist seit dieser Zeit das Zentrum unserer Veinsarbeit.. Ausstellungen, Versammlungen kulturelle Veranstaltungen finden hier regelmäßig statt.
Der wohl letzte Einschnitt war, wie in allen Bereichen die so genannte Wende 1989.
1990 wurde der VKSK aufgelöst und die damaligen Sparten der Kleintierzüchter und Kleingärtner waren gehalten eingetragene Vereine (e.V.) zu bilden. Dies wurde auch von unserem Verein so gestaltet. Ein wichtiger Umstand aus dieser Entwicklung war ein erheblicher Mitgliederschwund. Der nunmehr reformierte Verein bestand nur noch aus ca. 35 Mitgliedern - aus den aktiven Züchtern. Die Umstellung auf die veränderte Organisationsform verlief ohne nennenswerte Probleme, wenn man von den nun anders zu handhabenden Besitzstandsverhältnissen absieht. Die noch aus der DDR-Zeit bestehenden Finanzdienstleistungen konnte aber im Jahr 2004 erfolgreich abgeschlossen werden.
Wie schon in der Vergangenheit ist die Tradition in Altentreptow Ausstellungen durchzuführen weiter entwickelt worden So fanden über mehrere Jahre bis zu drei derartige Veranstaltungen statt. Unter Anderem waren dies die Kreisjungtierausstellung unserer Kaninchenzüchter, die Ortsgeflügelschau und als besonderer Höhepunkt die Kreisgeflügelschau des Landkreises Demmin.
Traditionell werden auch in Zukunft zwei Schauen pro Jahr organisiert. Zumal diese Schauen gerne von Züchtern der umliegenden Vereine beschickt werden. Dies unter dem Motto Qualität vor Quantität..
Erfreulich ist, dass in den letzten Jahren ein leichter Anstieg der Mitgliederzahlen erfolgt.. Probleme gibt es aber mit unseren Jugendzüchtern. Hier fehlt der Nachwuchs, der auch Höhen und Tiefen übersteht.
Unser Appell richtet sich an alle interessierten jungen Menschen sich aktiv den in ganz Deutschland bestehenden Zuchtvereinen anzuschließen und die Tradition von fünf Generationen Kleintierzucht weiter zu führen.